Ein Nachsendeservice überbrückt die Zeit, in der Banken, Behörden oder andere Absender noch die alte Anschrift verwenden. Das ist besonders nach einem Umzug hilfreich, kann aber auch bei vorübergehender Abwesenheit, in Betreuungsfällen oder nach einem Todesfall sinnvoll sein. Entscheidend sind ein rechtzeitiger Auftrag und realistische Erwartungen an die Postweiterleitung.
Vor dem Start: Welche Frist ist einzuplanen?
Beim Deutsche Post Nachsendeservice beginnt die Weiterleitung frühestens fünf Werktage nach der Beauftragung. Wer seine Post ohne größere Unterbrechung nachsenden lassen möchte, sollte den Auftrag daher nicht bis zum Umzugstag aufschieben. Empfehlenswert ist ein Vorlauf von zwei bis drei Wochen.
Der gewählte Starttermin sollte zu dem Zeitpunkt passen, ab dem der alte Briefkasten nicht mehr regelmäßig kontrolliert werden kann. Auch bei einer Verlängerung oder einem neuen Auftrag ist die jeweilige Bearbeitungszeit zu berücksichtigen.
Auftrag einrichten: So läuft die Bestellung ab
Ein Nachsendeauftrag online oder in einer Filiale erfordert üblicherweise diese Schritte:
- Anlass und gewünschten Beginn festlegen.
- Alte und neue Adresse vollständig angeben.
- Alle Personen erfassen, deren Briefe weitergeleitet werden sollen.
- Laufzeit und Vertragsbedingungen auswählen beziehungsweise prüfen.
- Daten kontrollieren und Auftragsbestätigung speichern.
Unterschiedliche Familiennamen und frühere Namen dürfen nicht vergessen werden. Beim Angebot der Deutschen Post können weitere Personen nicht nachträglich in einen laufenden Auftrag aufgenommen werden. Bei einem erneuten Umzug von Adresse B zu Adresse C ist außerdem ein zusätzlicher Nachsendeauftrag für diese Strecke erforderlich.
Welche Sendungen erreichen die neue Adresse?
Die Deutsche Post leitet grundsätzlich unter anderem Postkarten, zahlreiche Briefarten, Einschreiben und bestimmte Warensendungen weiter. Dennoch erfasst der Service nicht die gesamte Post.
Im Inland sind beispielsweise DHL-Pakete und Päckchen, Express-Sendungen sowie verschiedene Presseerzeugnisse ausgeschlossen. Auch Sendungen mit einer Vorausverfügung wie „Nicht nachsenden“ werden nicht weitergeleitet. Für das Ausland gelten zusätzliche Beschränkungen; ausländische Postunternehmen können weitere Entgelte verlangen. Durch die Umleitung kann sich außerdem die Zustellung verzögern.
Direkte Buchung und unabhängige Anbieter unterscheiden
Ein Nachsendeservice lässt sich direkt bei einem Postunternehmen oder über einen unabhängigen Dienstleister beauftragen. Vor dem Abschluss sollten Verbraucher Anbieteridentität, Gesamtpreis, Leistungsumfang, Laufzeit, Verlängerung und Kündigungsregeln vergleichen.
nachsendeauftrag.help ist ein unabhängiger Serviceanbieter und keine offizielle Website, Behörde oder Tochtergesellschaft der Deutschen Post. Kunden geben dort ihre alte und neue Anschrift online ein. Anschließend veranlasst der Dienstleister die gewünschte Einrichtung bei der Deutschen Post. Nach Anbieterangaben kann die Aktivierung bis zu fünf Werktage dauern. Bei Verträgen ab zwölf Monaten übernimmt er die Erneuerung gemäß den jeweils geltenden Vertragsbedingungen.
Nach dem Umzug: Adressdaten trotzdem ändern
Die Nachsendung ersetzt keine behördliche Anmeldung und ändert keine Anschriften in Kundenkonten. Banken, Versicherungen, Krankenkasse, Arbeitgeber und Versorgungsunternehmen müssen grundsätzlich separat informiert werden.
Weitergeleitete Briefe eignen sich als Kontrollinstrument: Jeder Umschlag mit alter Adresse zeigt, welcher Absender noch eine Aktualisierung benötigt. So bleibt der Nachsendeauftrag eine zeitlich begrenzte Absicherung und wird nicht mit einer dauerhaften Adressänderung verwechselt.
